Projektbeschreibung

Am Helvetiaplatz wird vom 6 bis 11 August 2007 ein Bus aufgestellt, in dem sich der gesamte Besitz der Performerin Marina Belobrovaja befindet. Auch sie ist vor Ort anwesend. Auf einem grossen Plakat steht geschrieben:


"Schaffen Sie mich hier raus!"
"Sehr geehrte Damen und Herren, meine Aufenthaltsbewilligung läuft am 21 August ab. Leider besitze ich keinen Führerschein. Bitte, helfen Sie mir, mich rauszuschaffen, tun Sie etwas Gutes für Ihr Land!"

Welche Grenze (Frankreich, Deutschland, Italien oder Österreich) angesteuert wird, die Distanz und die Dauer der Fahrt sind den freiwilligen Fahrern und Fahrerinnen überlassen. An dem jeweiligen Ort, zu dem der Bus hingebracht wird, soll die Aktion fortgesetzt werden.

Im Anschluss an die "Abschiebung" wird Anfang September im White Club / Salzburg eine Ausstellung zur Aktion stattfinden.
Ausserdem wird die "Abschiebung" von Emma Nilsson / London durchgehend dokumentarisch begleitet.


17.08.2007

Vorwärts / 17 August 2007

1 Kommentar:

Jochi Weil hat gesagt…

Ich erlaube mir, Dein Mail vom 14. August 07, hier aufzuführen, zumal ich Deine Antworten auf meine Fragen sowohl leserlich als auch verständlich empfinde und mir Deine Ausführungen erst noch gefallen....

Lieber Jochi!

Nun habe ich die 2 Antworten ein wenig überarbeitet. Findest Du es leserlich? Verständlich?

1. Was ist politische Kunst?

Die Kunst begreife ich, ähnlich wie die Sprache, als Medium, mit dessen Hilfe Gedanken, Anliegen, Botschaften vermittelt, Emotionen ausgelöst werden können.
Die Verschmelzung von kulturgeschichtlichen, kunsttheoretischen und nicht zuletzt wirtschaftlichen Faktoren verleiht der Bildenden Kunst in der Praxis jedoch oft eine scheinbare Autonomie. Die Kunst wird somit zum Gegenstand ihres eigenen Diskurses und betrachtet sich nicht länger als Instrument, das den Kunstschaffenden innerhalb von globalen gesellschaftlichen Zusammenhängen zur Verfügung steht, sondern als ein marginales Universum mit eigenen Regeln, Fragen und Anliegen.
Politische Kunst verlässt die Grenzen dieses selbstreferenziellen Nischendaseins und arbeitet im permanenten Austausch mit der allgemeinen gelebten gesellschaftlichen Wirklichkeit.
Politische Kunstproduktion setzt die besonderen Instrumente, Techniken und Strategien ein, die ihr als Medium zur Verfügung stehenden, um die bestehende Wirklichkeit zu reflektieren und in diese unmittelbar einzugreifen.

2. Was darf Kunst und was darf sie nicht?

Wenn man die Bildende Kunst im Sinne dieser ihr eigenen vermittelnden Rolle diskutiert, wird die Frage nach der Verantwortung unumgänglich. Welche ästhetischen, welche konzeptuellen Formen sollen gewählt werden, um dem jeweiligen Anliegen gerecht zu werden? In wie weit dürfen Irritationen hervorgerufen und Provokationen als strategische Mittel gebraucht werden und welche Rolle wird den RezipientInnen im Rahmen eines künstlerischen Ereignisses eingeräumt? Wie gehen die Kunstschaffenden mit der Verantwortung um, die sie als AutorInnen für die erschaffene Konstellation übernehmen müssen? Dies sind Fragen, denen sich die künstlerische Produktion, meiner Meinung nach, nicht entziehen kann.
Eine Botschaft, unabhängig von den gewählten Übermittlungsformen, entsteht stets im Bezug auf ihre potentiellen EmpfängerInnen. Somit sind die AutorInnen immer für die Rezeption ihres Werkes verantwortlich.

Lieben Dank und Gruss!
Marina